Each-Way-Wetten im Golf – Berechnung, Strategie und wann sie sich lohnen

Ladevorgang...
- Warum ich 80 Prozent meiner Siegwetten als Each-Way platziere
- So funktioniert die Each-Way-Wette – zwei Wetten in einer
- Each-Way-Berechnung mit Golf-Quoten – Schritt für Schritt
- Wann sich Each-Way lohnt – und wann nicht
- Each-Way-Konditionen bei verschiedenen Wettmärkten vergleichen
- Each-Way ist kein Kompromiss – es ist Risikomanagement
Warum ich 80 Prozent meiner Siegwetten als Each-Way platziere
Mein Umstieg auf Each-Way begann nach einem besonders frustrierenden Sonntag. Ich hatte auf einen Spieler gesetzt, der das Turnier als Dritter beendete – drei Schläge hinter dem Sieger, aber vor 153 anderen. Meine Siegwette war verloren, mein Tipp war hervorragend, und mein Konto zeigte Rot. An dem Abend rechnete ich zum ersten Mal durch, was passiert wäre, wenn ich dieselbe Wette als Each-Way platziert hätte. Das Ergebnis: statt Totalverlust ein ordentlicher Gewinn durch den Place-Anteil.
Seitdem platziere ich den Großteil meiner Siegwetten als Each-Way. Nicht aus Angst vor dem Verlust, sondern weil die Mathematik bei Golf-Quoten fast immer dafür spricht. In einer Sportart, in der der Favorit nur in 6 bis 9 Prozent der Fälle gewinnt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Platzierung – Top 5 oder Top 8 – deutlich höher. Each-Way nutzt genau diesen Unterschied.
So funktioniert die Each-Way-Wette – zwei Wetten in einer
Eine Each-Way-Wette ist im Kern zwei separate Wetten in einem Schein. Die erste Wette ist die normale Siegwette: Dein Spieler muss das Turnier gewinnen. Die zweite Wette ist die Place-Wette: Dein Spieler muss eine bestimmte Platzierung erreichen – typischerweise Top 5 oder Top 8, je nach Turniergröße und Anbieter.
Dein Einsatz wird halbiert. Wenn du 10 Euro „Each-Way“ setzt, gehen 5 Euro auf den Sieg und 5 Euro auf die Platzierung. Dein Gesamteinsatz beträgt also 10 Euro. Die Siegwette wird zur vollen Quote ausgezahlt, die Place-Wette zu einem Bruchteil der Quote – typischerweise einem Fünftel (1/5) oder einem Viertel (1/4), abhängig vom Anbieter und vom Turnier.
Wenn dein Spieler gewinnt, gewinnst du beide Wetten – die Siegwette zur vollen Quote und die Place-Wette zum Bruchteil. Wenn er nicht gewinnt, aber unter den Top-Place-Plätzen landet, verlierst du die Siegwette, gewinnst aber die Place-Wette. Wenn er außerhalb der Place-Plätze landet, verlierst du beides.
Bei über 150 Teilnehmern in einem Golf-Turnier ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein starker Spieler die Top 8 erreicht, drei- bis viermal so hoch wie seine Siegwahrscheinlichkeit. Genau das macht Each-Way bei Golf so wirkungsvoll.
Each-Way-Berechnung mit Golf-Quoten – Schritt für Schritt
Nehmen wir ein konkretes Beispiel. Du wettest 10 Euro Each-Way auf einen Spieler mit Siegquote 25.00. Die Each-Way-Konditionen deines Anbieters sind 1/5 der Quote für die ersten 8 Plätze.
Dein Einsatz: 5 Euro Sieg + 5 Euro Place = 10 Euro gesamt. Die Sieg-Quote: 25.00. Die Place-Quote: 25.00 / 5 = 5.00.
Szenario A – dein Spieler gewinnt: Siegwette zahlt 5 x 25.00 = 125 Euro. Place-Wette zahlt 5 x 5.00 = 25 Euro. Gesamtauszahlung: 150 Euro. Gewinn: 140 Euro (150 minus 10 Einsatz).
Szenario B – dein Spieler wird Fünfter: Siegwette verloren = -5 Euro. Place-Wette zahlt 5 x 5.00 = 25 Euro. Gesamtauszahlung: 25 Euro. Gewinn: 15 Euro (25 minus 10 Einsatz).
Szenario C – dein Spieler wird Zwölfter: Siegwette verloren, Place-Wette verloren. Gesamtverlust: 10 Euro.
Der entscheidende Punkt: In Szenario B hättest du mit einer reinen Siegwette 10 Euro verloren. Mit Each-Way hast du 15 Euro gewonnen. Ein Spieler mit einer geschätzten Top-8-Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent macht die Place-Wette bei einer Quote von 5.00 profitabel – denn der faire Preis für 30 Prozent Wahrscheinlichkeit wäre 3.33, und du bekommst 5.00.
Wann sich Each-Way lohnt – und wann nicht
Each-Way ist kein Allheilmittel. Es gibt klare Situationen, in denen die Strategie glänzt, und andere, in denen sie Geld kostet.
Each-Way lohnt sich bei Außenseitern mit hohen Quoten in großen Feldern. Ein Spieler mit Quote 30.00 oder höher bei einem 156-Mann-Turnier hat typischerweise eine Siegwahrscheinlichkeit von 3 bis 4 Prozent, aber eine Top-8-Chance von 15 bis 20 Prozent. Die Place-Quote (30.00 / 5 = 6.00) ist bei 20 Prozent Platzierungschance ein starker Value – der faire Preis wäre 5.00.
Each-Way lohnt sich weniger bei Favoriten mit niedrigen Quoten. Ein Spieler mit Siegquote 8.00 hat eine Place-Quote von nur 1.60 (bei 1/5). Seine Top-8-Chance liegt vielleicht bei 55 Prozent – der faire Preis wäre 1.82. Die Place-Wette allein hat hier negativen Expected Value, und du verwässerst die profitable Siegwette durch einen unprofitablen Place-Anteil.
Each-Way lohnt sich auch nicht bei kleinen Feldern. Bei LIV-Events mit 48 Spielern oder Signature Events mit 70 Spielern sind die Place-Konditionen oft weniger großzügig – Top 5 statt Top 8 – und die Quoten niedriger. In solchen Fällen kann eine reine Siegwette oder eine separate Top-5-Platzierungswette besser sein.
Mein Richtwert: Each-Way kommt bei Spielern mit Quoten über 15.00 in Feldern mit über 130 Spielern zum Einsatz. Darunter prüfe ich Fall für Fall, ob die Place-Quote genug Value bietet.
Each-Way-Konditionen bei verschiedenen Wettmärkten vergleichen
Die Each-Way-Konditionen variieren zwischen Anbietern und zwischen Turnieren – und diese Variation ist ein Faktor, den viele Wetter ignorieren. Die typischen Varianten sind 1/4 der Quote für die ersten 5 Plätze und 1/5 der Quote für die ersten 8 Plätze. Welche Variante besser ist, hängt von der Siegquote deines Spielers ab.
Bei hohen Siegquoten (über 25.00) ist 1/5 für 8 Plätze fast immer besser, weil die Place-Quote attraktiver ist und die Platzierungswahrscheinlichkeit höher. Bei mittleren Siegquoten (10.00 bis 20.00) kann 1/4 für 5 Plätze besser sein, wenn du an einen Spieler mit starker Top-5-Chance glaubst.
Vergleiche die Konditionen bei mindestens zwei Anbietern, bevor du eine Each-Way-Wette platzierst. Der Unterschied zwischen 1/4 und 1/5, oder zwischen Top 5 und Top 8, kann den Gewinn bei einer Platzierung um 20 bis 40 Prozent verändern.
Each-Way ist kein Kompromiss – es ist Risikomanagement
Viele Wetter betrachten Each-Way als die defensive Variante der Siegwette – als Zugeständnis an die eigene Unsicherheit. Das Gegenteil ist der Fall. Each-Way ist ein präzises Risikomanagement-Instrument, das die Stärke der Golf-Quoten nutzt und die brutale Varianz von Siegwetten abfedert. Wer die Wettarten im Golf systematisch einsetzt, findet in Each-Way den Markt, der hohe Quoten mit realistischen Platzierungschancen verbindet.
Was bedeutet ‚1/5 der Quote für die ersten 8 Plätze‘ bei Each-Way?
Das ist die Place-Kondition deiner Each-Way-Wette. Dein Spieler muss unter den ersten 8 landen, und die Auszahlung erfolgt zu einem Fünftel der Siegquote. Bei einer Siegquote von 25.00 ist die Place-Quote also 5.00. Die Konditionen variieren je nach Anbieter und Turnier.
Lohnt sich Each-Way auch bei Favoriten mit niedrigen Quoten?
In der Regel nicht. Bei Quoten unter 12.00 ist die Place-Quote so niedrig, dass der Place-Anteil kaum profitabel ist. Der Sieg-Anteil wird durch den unprofitablen Place-Anteil verwässert. Bei Favoriten ist eine reine Siegwette oder eine separate Platzierungswette oft besser.
Wird der Place-Teil meiner Each-Way-Wette auch bei Playoff-Ergebnissen abgerechnet?
Ja. Die Place-Wette bezieht sich auf die offizielle Endplatzierung, die nach einem eventuellen Playoff feststeht. Wenn dein Spieler im Playoff den zweiten Platz belegt und die Place-Bedingung Top 8 ist, gewinnst du den Place-Anteil.
Erstellt von der Redaktion von „Golf-wetten“.
